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Die Strauchpflanzung
  „Immer schön das Grüne nach oben!“

Uwe Bienert
Uwe Bienert
In einem der älteren Artikel haben wir schon einmal über das Pflanzen von Gehölzen (in diesem Fall über die Pflanzung von Bäumen) eine gemeinsame Sprache gesucht und sicher auch gefunden. Eigentlich wollte ich die Sache damit auf sich beruhen lassen, aber bei einer Ausbildung in einer Fortbildungsgruppe von Auszubildenden im Raum Hanau fiel mir auf, dass es noch erhebliche Unklarheiten über das Thema Pflanzung von Gehölzen gibt. Vor allem die Sträucher werden immer noch recht stiefmütterlich behandelt und das oben genannte Motto eine nicht unerhebliche Rolle spielt.
Checkliste für Strauchpflanzer

Bevor es zum eigentlichen Pflanzen kommt gilt es einige Vorüberlegungen zu treffen. Neben Gestaltungskriterien bei Sträuchern spielen dabei die baumschulistischen Qualitätsmerkmale eine wichtige Rolle. Sträucher können in unterschiedlicher Lieferqualität, Alter und zu unterschiedlichen Jahreszeiten gepflanzt werden. Es gibt wesentliche Unterschiede beim Pflanzen einer ballenlosen Ware im Gegensatz zu einer ballierten Ware. Darüber sollte man sich im Klaren sein.

In den Richtlinien der FLL kann man sich über diese Unterschiede in der Pflanzenqualität gut informieren.

Reihenfolge der Arbeiten

  1. Das Ausheben des Pflanzloches
    Beim Ausheben des Pflanzloches ist darauf zu achten, das dieses Loch nur 1,5mal so groß sein sollte wie der Ballen. Die Grubensohle und eventuell auch die Grubenwände werden aufgekratzt um Staunässe zu vermeiden und der Wurzel den Weg ins umliegende Erdreich zu erleichtern. Bodenschichten sollten getrennt gelagert werden. (Bei diesem Satz aus der DIN 18915 muss ich immer schmunzeln – oder hat das schon mal jemand auf einer Baustelle gesehen oder vielleicht sogar schon mal gemacht. Meist wird doch der Boden ausgetauscht oder verbessert, zumal die Pflanztiefen bei den meisten Gehölzen nicht in unterschiedliche Bodenhorizonte eindringen.)

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    Ausheben des Pflanzloches
    Grafiken: Uwe Bienert

  2. Vorbereiten der Pflanze
    Nach der Lieferkontrolle werden die Sträucher auf die Pflanzung vorbereitet. Dabei werden die Etiketten und Baumschulbänder gelöst. Die Ballentücher werden gelockert, die Container werden entfernt. Wurzelnackte Ware wird sowohl an der Wurzel als auch an den Trieben geschnitten. Bei ballierter Ware wird, wenn notwendig, nur der oberirdische Teil geschnitten. Rosen kann man zusätzlich 24 Stunden vor der Pflanzung wässern und die Wurzeln in einem Lehmbad tauchen.
  3. Einsetzten in das Pflanzloch
    Beim Einsetzen in das Pflanzloch ist es wichtig den Strauch auszurichten. Dabei geht es nicht nur darum die Pflanze gerade ins Pflanzloch zu bringen, sondern auch das „Gesicht“ (die schöne Seite) in die Richtung zu drehen, welche am meisten angesehen werden wird.
    Der Wurzelhals hat sich genau in Bodenhöhe zu befinden. Meist kann man die Stelle an den Trieben gut erkennen. Bei Rosen muss die Veredlungsstelle unterirdisch platziert werden. Danach wird das Ballentuch endgültig gelöst und mit im Loch versenkt.

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    Einsetzen in das Pflanzloch

  4. Umstechen des Pflanzloches
    Was! – Werden jetzt viele denken – was soll denn das? Ich erkläre es: Wer an dieser Stelle die Pflanzgrube mit Substrat verfüllt, vergibt sich die Chance den richtigen Bodenschluß zu erlangen. Also empfehle ich folgende Variante: Denn Rand der Pflanzgrube abstechen und in die Grube rutschen lassen. Dabei verfüllt man die Grube von unten heraus. Dabei sollte der Abstand zum Grubenrand etwa fußbreit sein.
  5. Festtreten des Bodens
    Mit dem Absatz des Arbeitsschuhes kann man jetzt ohne den Ballen oder die Wurzel zu quetschen die Pflanze ringsherum antreten.

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    Festtreten des Bodens

  6. Verfüllen des Pflanzloches
    Um die gleiche Höhe mit dem Umland herzustellen wird jetzt das Pflanzloch endlich komplett verfüllt. Dazu wird der Aushub oder Austauchboden genutzt. Danach wird die Ebenmäßigkeit hergestellt.
  7. Erstellen des Gießringes
    Der Gießring als „Minierdbauwerk“ wird so um die Pflanze postiert, dass das Wasser direkt zum Ballen geleitet wird. Er soll fest sein und auch bei Befüllung nicht auseinander rutschen.
  8. Anbinden und wässern.
Nächsten Monat lesen Sie: „Der Pflanzenschnitt“

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