| Der Baum (oder auch Großsträucher) müssen befestigt werden um die Garantie des Anwachsens zu geben. Denn was passiert, wenn der Baum durch den Wind bewegt wird? Krone uns Stamm bewegen sich und durch die Hebelwirkung wird auch der Ballen oder bei wurzelnackter Ware, der Wurzelstock, bewegt. Dabei wird verhindert, dass der Baum sein Feinwurzelsystem ausbilden kann, da die neu gebildeten Faserwurzeln sofort wieder abreißen würden. Das schädigt das Wachstum der Pflanze, da sie nur mit diesem Wurzelteil Wasser und Nährstoffe aufnehmen kann.
Der Baumpfahl
In der DIN 18916 ist die Verwendung von geschälten Baumanbindepfählen festgelegt. Das Schälen der Pfähle ist ein entscheidender Faktor zur Erhaltung der Baumgesundheit. Unter der Rinde von Bäumen, und das waren Pfähle nun einmal, befinden sich immer Schädlinge und Schaderreger. Um ein Überspringen auf den zu befestigenden Baum zu verhindern werden die Pfähle geschält angeboten. Eine nachfolgende Behandlung ist auf Grund der Auswahl der Hölzer (i.R. Nadelhölzer oder Robinie) und deren natürlicher Imprägnierung (z.B. Baumharz) nicht nötig. Damit wird ein Beitrag zum Umweltschutz geleistet. Um die Garantie zu geben, das Pfähle auch die zwei Jahre der Gewährleistung ohne Schaden überstehen ist eine zweckmäßige Zopfstärke (Pfahldicke) empfehlenswert. Im Handel werden Pfähle für den Galabau zwischen 8 und 12 cm Durchmesser angeboten.
Das Einschlagen der Baumpfähle
Für das Einschlagen der Holzpfähle wird auf den Baustellen immer wieder der Vorschlaghammer eingesetzt. Dabei kommt es sehr häufig vor, dass die Köpfe der Pfähle reißen und dann aufwendig nachgearbeitet werden müssen. Dieses Reißen kann man verhindern, indem man zweckmäßiges Werkzeug, wie z.B. Pfahlramme oder Keil und Kette benutzt. Während die Pfahlramme ein bekanntes Werkzeug ist, wird mit Keil und Kette seltener gearbeitet. Dabei wird über eine im Ring um den Pfahl gelegte Kette und einen in ihr eingesteckten Keil mittels des Vorschlaghammers der Pfahl in die Erde getrieben. Natürlich besteht auch die Möglichkeit, gerade bei kleinen Pfählen mit dem Hammer auf den Pfahlkopf zu schlagen. Allerdings sollte man dabei darauf achten, dass die Hammerbahn vollflächig auf den Kopf auftrifft und nicht nur mit einer Kante getroffen wird. In vielen Betrieben ist auch noch der Pfahlhammer im Einsatz. Ein großer Holzhammer, der durch seine breite Aufschlagfläche das Platzen der Pfähle verhindert.
Ein Eindrücken der Pfähle mit einer Schaufel des Radladers oder dem Löffel eines Minibaggers zeugt von Verantwortungslosigkeit des verantwortlichen Bauleiters oder des Poliers und ist strengstens verboten.
Bei ist es erforderlich, bei längeren Pfählen, eine Stehleiter zu benutzen. Diese sollte mit möglichst breiten Fußstützen ausgerüstet sein, um ein Einsinken in den Boden und das Kippeln zu verhindern.
Der Senkrechtpfahl
Der Senkrechtpfahl ist eine der beiden am häufigsten im Galabau verwendeten Baumanbindungen. Er hat sich vor allem bei wurzelnackter Ware, sowohl im öffentlichen als auch im privaten Bereich, bewährt.
Diese Anbindeform ist in der DIN 18916 als einzige umfassend beschrieben.
Hier ein Auszug:
… Baumpfähle sind im Regelfall zur Hauptwindrichtung hin zu setzen, in Überschwemmungsgebieten stromaufwärts...
…Die Köpfe… dürfen keine Aufspaltungen oder Ähnliches aufweisen….
… durch die Art der Verbindung… darf keine Verletzung oder Einschnürung der Rinde entstehen…
… Pfähle müssen geschält und zwei Jahre haltbar sein…
Der Zweibock
Diese Variante der Baumanbindung wird in der Regel an Pflanzorten hergestellt, an denen kein aus-reichender Platz für eine andere Verankerung vorhanden ist und an denen man mit dem Senkrechtpfahl keine ausreichende Festigkeit erzielen kann. Solche Situationen findet man bei der Straßenbegleitbegrünung. Die Pfähle werden parallel zur Fahrtrichtung geschlagen und gleichen somit die Luftverwirbelungen des Fahrerkehrs aus.
Der Vierbock
Das Einsatzgebiet der Vierbock-Anbindung beschränkt sich auf größere Bäume und vor allem auf Prestigeobjekte.
Der Dreibock
Durch die Dreieckskonstruktion ist der Dreibock die stabilste Anbindeversion bei den Holzverankerungen. Aus diesem Grund wird er sehr häufig im urbanen Bereich eingesetzt. Er findet sowohl im Straßenbegleitgrün, als auch in Parks und öffentlichen Anlagen und in Privatanlagen seine Anwendung.
Der Schrägpfahl
Schrägpfähle hatten vor Entwicklung der Drahtverankerungen eine große Bedeutung bei der Befestigung von Stammbüschen und Großsträuchern, da der Pfahl die Garnierung des Gehölzes weitgehend unberührt lies. Heute finden diese Anbindungen hauptsächlich ihren Einsatz in der Begrünung von Hanganlagen. Dort ist es durch sie möglich den Pfahl direkt in den Hang einzutreiben.
Die DIN 18916 sagt dazu:
„… sind in der Regel so zu setzen, dass die Pfahlköpfe in die Hauptwindrichtung zeigen, in Fahrbahnnähe jedoch stets in Fahrtrichtung…“
Die Drahtverankerung
Mit dieser Verankerungsvariante wurde in weiten teilen des Gartenbaues der Schrägpfahl abgelöst. Mit dieser Verankerung ist es möglich auch Stammbüsche, Großsträucher und sogar Großbäume zu fixieren. Dabei besteht sogar die Möglichkeit Großbäume mit überdimensionalen Ausmaßen in mehreren Etagen abzuspannen. Mit dieser Baumbefestigung ist man sogar in der Lage im Bereich der intensiven Dachbegrünung (Tiefgaragenbau, Dachgärten u.ä.) Baume zu verankern.
Die Unterflurverankerung (Ballenanker)
Eine Baumanbindung, die immer dort eingesetzt wird, wo andere Anbindevarianten optisch stören. Gerade im Bereich des Repräsentationsgrün (Schloss- und Parkanlagen, Regierungsgebäude, Banken usw.) finden diese Unterfluranbindungen ihren Anwendungsbereich. Aber auch in der Extensiven Dachbegrünung wird gern auf diese Form der Baumbefestigung zurück gegriffen. Hauptsächlich Großsträucher und Stammbüsche sind mit ihnen zu befestigen.
Die Unterflurbefestigung bietet in allen Bereichen des Gartenbaues die Möglichkeit Pflanzen zu verankern. Dabei wurden verschiedene Modifikationen der Befestigung entwickelt. Während die einen über eine Baustahlmatte die Verankerung am Boden garantieren wird bei den anderen auf bewährte Materialien (Holz) zurück gegriffen. Aber auch die aus der Drahtanbindung bekannten Materialien können zum Einsatz gebracht werden.
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