| Nachdem Deutschlands Garten- und Landschaftsbau fast unbeschadet die Wirtschaftskrise durchschritten hat, kurbelt er kräftig den Aufschwung der Baumaschinenbranche an. Schlüsselunternehmen der Baumaschinenindustrie vermelden überraschend hohe Auftragseingänge Kompaktbaumaschinen und Baugeräte im ersten Quartal 2010. Der Investitionsstau im GaLaBau und bei kleinen Baubetrieben löst sich auf.
Auftragsvolumen um 50% gestiegen
 |
|
Bei einigen Kompaktmaschinen-
Modellen 2010 „nahezu ausver-
kauft“: Michael Heidemann, Bau-
maschinenchef des Zeppelin Kon-
zerns, lobt den GaLaBau.
Foto: Zeppelin
|
Rund 50 Prozent mehr Aufträge als im Vorjahr vermeldet der Spezialist für Light Equipment und kompakte Baumaschinen, die Wacker Neuson SE aus München, für das erste Quartal 2010. Bei den zu Wacker Neuson gehörenden Kramer Werken in Pfullendorf ist man inzwischen wieder auf dem Auftragsniveau von 2008 angekommen.
Um stattliche 108 Prozent stieg das Auftragsvolumen im ersten Quartal 2010 bei der Zeppelin Baumaschinen GmbH in Garching. „Die Hälfte aller Auftragseingänge bis zum 25. April“, so der Vorsitzende der Geschäftsführung, Michael Heidemann, „ist auf Kompaktgeräte zurückzuführen“. Die Nachfrage betreffe vor allem kleine knickgelenkte Radlader und Minibagger. Bei einigen Modellen sei Zeppelin für 2010 „nahezu ausverkauft“.
Von Kreditklemme nichts zu spüren
Der Garten- und Landschaftsbau machte bisher etwa 10 Prozent am Umsatz von Zeppelin Baumaschinen aus. In diesem Jahr könnte es etwas mehr werden. Die grüne Branche sei für Zeppelin sehr wichtig geworden, sagt Heidemann. Sie klage nicht, sondern gehe voran. Verantwortlich dafür sei eine große Anzahl junger und kreativer Unternehmer, die bereit seien, auch neue Wege zu beschreiten.
Den Herstellern von Baumaschinen kommt die Wirtschaftspsychologie zugute. Wegen wirtschaftlicher Unsicherheiten hatten viele GaLaBau-Unternehmen im Krisenjahr 2009 notwendige Investitionen aufgeschoben. Nun werden sie nachgeholt. Von einer Kreditklemme ist beim Baumaschinenkauf wenig zu spüren. Dabei helfen vielfältige Finanzierungsangebote der großen Hersteller, die auf individuelle Geschäftsbedürfnisse zugeschnitten sind und die Kreditlinie bei der Hausbank nicht belasten.
Warme Dusche für Hersteller
 |
Volle Auftragsbücher auch bei klei-
nen und mittleren Baumaschinen-
Händlern, wie hier bei der Weber
Baumaschinen und Fahrzeuge
GmbH. Foto: Weber |
Auch kleine und mittlere Unternehmen profitieren von der guten Lage im Garten- und Landschaftsbau: Die Avant Tecno Deutschland GmbH in Eppertshausen, Importeur finnischer Mulifunktionslader, verzeichnete in der ersten Hälfte des Geschäftsjahres 2009/2010 eine Umsatzsteigerung von 40 Prozent gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres. Auf der Bau- und Baustoffmaschinenmesse bauma, die am 25. April in München ihre Tore schloss, habe er „noch nie so viele Abschlüsse getätigt, seitdem wir auf einer bauma sind“, berichtet Avant-Geschäftsführer Thomas Sterkel. Volle Auftragsbücher brachte auch die auf kleine Dumper fokussierten Weber Baumaschinen und Fahrzeuge GmbH von der Messe nach Hause. Bis zu 170 neue Kontakte knüpfte der Händler an Spitzentagen auf seinem Messestand.
Für die Baumaschinenhersteller ist das eine warme Dusche. Im vergangenen Jahr hatten sie einen Umsatzeinbruch von durchschnittlich rund 51 Prozent hinnehmen müssen. Für 2010 rechnet der Fachverband Bau- und Baustoffmaschinen im Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) mit weiteren schwierigen Monaten. Zwar habe sich die Lage verglichen mit 2009 gebessert, so der Vorsitzende Dr. Christof Kemmann, aber es gebe noch erhebliche Risiken. Die Finanzmärkte hätten die Krise noch nicht ausgestanden, die Realwirtschaft leide weiter unter einer Kreditklemme. Für das laufende Jahr rechnet der Fachverband bei Baumaschinen deshalb nur mit einem Plus von fünf Prozent. cm
|