Donnerstag, 9. September 2010 Schrift: Schriftgröße: Normal Schriftgröße: Grö�er
-   INFORMATIONEN | MEINUNGEN | BERICHTE
Die IGA 2017 geht nach Berlin
Das Gelände des früheren Flughafens Berlin-Tempelhof wird 2017 Internationale Gartenbauausstellung. Foto: escpeapalumni, CC Attribution 2.0

Die Internationale Gartenbauausstellung (IGA) wird 2017 in Berlin ausgerichtet. Die Gesellschafterversammlung der Deutschen Bundesgartenschau-Gesellschaft (DBG) hat sich am 18. November auf einer Sondersitzung entschieden, die Veranstaltung auf dem früheren Flughafen Tempelhof durchzuführen. Die Städteregion Aachen hatte 24 Stunden zuvor Ihre Bewerbung um die IGA überraschend zurückgezogen.

Aachen zog Bewerbung zurück

Städteregionsrat Helmut Etschenberg und Aachens Oberbürgermeister Marcel Philipp machten die Konditionen des Vertrages mit der DBG dafür verantwortlich. Nach Angaben von Philipp hätten neben einem zu entrichtenden „Startgeld“ in Millionenhöhe auch finanzielle Verpflichtungen für Zeiträume eingegangen werden müssen, für die man noch keine Aussagen treffen könne.

Die Bundesgartenschau-Gesellschaft verständigte sich daraufhin mit der Berliner Landesregierung auf ein abgekürztes Verfahren. In kurzer Zeit konnten noch offene Detailfragen geklärt und die Vertragsunterzeichnung per Fax vorgenommen werden. Die DBG-Gesellschafterversammlung entschied telefonisch und per Umlauf.

Das Tempelhofer Feld, so die DBG, bildet aufgrund seiner weltweiten Bekanntheit, seiner zentralen Lage und seiner Flächengöße herausragende Voraussetzungen für die Durchführung einer Internationalen Gartenbauausstellung.

Früherer Flughafen wird „Parklandschaft Tempelhof“

„Rosinenbomber“ im Anflug auf den Flughafen Berlin-Tempelhof 1948. Foto: US Air Force
„Rosinenbomber“ im Anflug auf den
Flughafen Berlin Tempelhof 1948.
Das Gelände der Gartenbauaus-
stellung hat historische Tragweite.
Foto: US Air Force 
Das Gelände war im 18. Jahrhundert als Parade- und Exerzierplatz angelegt worden. Von 1923 bis 2008 wurde es als Verkehrsflughafen genutzt. Weltbekannt wurde der Flughafen während der Berliner Luftbrücke von Juni 1948 bis Mai 1949. Damals diente er als Hauptumschlagplatz für Hilfsgüter für die Menschen der von der Sowjetunion abgeriegelten Westsektoren. Nun soll das ehemalige Flughafengelände zur „Parklandschaft Tempelhof“ werden und beispielhaft neue Antworten auf die Zukunftsfragen der Stadt- und Freiraumentwicklung geben.

Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit begrüßte den Zuschlag für die IGA-Ausrichtung und versprach: „Die Gartenschau wird ein attraktives Highlight werden.“ Als „Motor für die Entwicklung des Tempelhofer Feldes“ bezeichnete Berlins Stadtentwicklungssenatorin Ingeborg Junge-Reyer die IGA 2017. Sie biete die Chance, das Gelände „einer breiten Öffentlichkeit zu präsentieren und den Standort Berlin noch grüner und attraktiver werden zu lassen“. Die IGA werde „einen nachhaltigen Effekt in der Stadt hinterlassen“.

Landschaftspark, Erlebnisbereiche und Sonderschauen

Die 170-tägige Veranstaltung, die als Weltausstellung beim Bureau International des Expositions (BIE) in Paris registriert und nur alle zehn Jahre in Deutschland vergeben wird, soll sich mit ihrem Landschaftspark, zahlreichen Gärten, Erlebnisbereichen und gärtnerischen Sonderschauen nördlich der Start- und Landebahnen konzentrieren. Die Parklandschaft auf dem Tempelhofer Feld wird 250 Hektar umfassen. Der Kernbereich der IGA soll sich auf rund 100 Hektar erstrecken.

Das von der Bundesgartenschau-Gesellschaft angenommene Konzept des Berliner Senats sieht eine Landschaft vor, die dem Besucher den Luxus der Weite und die Freiheit des offenen Himmels bietet sowie große Wiesen eindrucksvoll inszeniert. Berlin präsentiert mit der IGA das Gelände des früheren Flughafens als Park des 21. Jahrhunderts, als attraktiven Ort für Sport, Freizeit und Erholung und als Ort von Begegnungen zwischen unterschiedlichen Szenen und Kulturen.

DBG-Vorsitzender lobt das Konzept

Der Vorsitzende der DBG-Gesellschafterversammlung Heinz Herker lobt das IGA-Konzept. Foto: ZVG
Der Vorsitzende der DBG-Gesell-
schafterversammlung Heinz Herker
lobt das IGA-Konzept. Foto: ZVG
Der Vorsitzende der DBG-Gesellschafterversammlung Heinz Herker lobte, es handele sich um ein „fundiertes Konzept auf einer Fläche historischer Tragweite“. Der deutsche Gartenbau freue sich über diese Entscheidung und sehe einer spannenden Zusammenarbeit entgegen. „Das Land Berlin mit dem Sitz der Bundesregierung bietet beste Voraussetzungen für die internationale Prägung der Gartenbauaustellung.“

Nach Angaben der Bundesgartenschau-Gesellschaft müssen nun die Gründung einer IGA GmbH vollzogen und ein landschaftsarchitektonischer Wettbewerb für die Parkanlagen auf dem Tempelhofer Feld ausgelobt werden. cm

SERVICE
Aktuelle Ausgabe
Aus dem Inhalt
Unternehmens-Insolvenz als Chance?
Kosten von der Skizze bis zum Nachtrag kalkulieren
Bauzeitenplan als Steuerungsinstrument in der Bauablaufplanung
Marketing - vier Seiten der gleichen Medaille
Integration von "mobilen" Arbeitsplätzen in technologisch optimierte Unternehmensabläufe
mehr...
GaLaBau-Wissen
GaLaBau Wissen
„Es klappert die Mühle…“ – Teil 2
Noch immer klappert die Mühle am rauschenden Bach. Bevor Wasser fließen kann, muss erstmal das Bachbett abgedichtet werden. Im ersten Artikel habe ich schon die verschiedenen Möglichkeiten genannt. Für uns kam nur die Variante „Folie“ in Frage. 
mehr...
Alle Artikel

Patzer Verlag Berlin Hannover
Koenigsallee 65, 14193 Berlin, Tel.: 030 - 89 59 03-0  | Alter Flughafen 15, 30179 Hannover, Tel.: 0511 - 674 08-0 
 

AktuellesAboShopMediadatenKontakt | Verlag | TerminkalenderBaubörse | Leistungs- und Lieferverzeichnis | Archiv | Links | Newsletter 

Copyright 2008 Patzer Verlag GmbH & Co. KG   Impressum anmelden