| Der GaLaBau-Unternehmer August Forster ist auf dem 9. Verbandskongress des Bundesverbandes Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau (BGL) mit großer Mehrheit zum neuen Präsidenten gewählt worden. Der 54-jährige Bonner erhielt 85,85 Prozent der 108 abgegebenen Stimmen und folgt damit auf Hanns-Jürgen Redeker, der nach sechs Jahren turnusmäßig aus dem Präsidentenamt schied.
Kampfabstimmung um Vizepräsidentenamt
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Der neue Präsident
August Forster kündigte
Reformen an: „Im Ver-
gleich zur Vergangenheit
will ich etwas Neues ein-
führen.“ |
91 Kongressdelegierte votierten für Forster, 15 stimmten mit „Nein“, zwei enthielten sich der Stimme. Neu gewählt wurden auch vier neue Präsidiumsmitglieder. Der Verbandskongress entschied sich für Carsten Henselek aus Berlin (92,52% der Stimmen), Erich Hiller aus Mötzingen (96,3%), Eiko Leitsch aus Nauheim (73,74%) und Lutze von Wurmb aus Uetersen (60,7%).
Um die Position von Wurmbs gab es eine Kampfabstimmung. Der Verband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau (VGL) Bayern hatte sein Präsidiumsmitglied Udo König als Gegenkandidaten aufgestellt. Der 46-jährige GaLaBau-Unternehmer aus Adelsried bei Augsburg plädierte für einen Umzug des BGL von Bad Honnef in die Bundeshauptstadt Berlin und für die Entsendung eines hauptamtlichen Mitarbeiters nach Brüssel. In der Abstimmung konnte er sich jedoch nicht gegen von Wurmb durchsetzen, erhielt 39,3 Prozent der Stimmen.
Forster kündigt Reformen an
Forster kündigte an, die Arbeit des BGL reformieren zu wollen. „Im Vergleich zur Vergangenheit will ich etwas Neues einführen“, sagte er. Das Ressortprinzip solle gestärkt werden: „Jedes Präsidiumsmitglied trägt nach innen und außen besondere Verantwortung in einem Ressort, zum Beispiel ‚Tarif’, ‚Stadtentwicklung’, ‚Betriebswirtschaft’ oder anderes.“ Die Ressorts sollten mit Gesichtern und Namen verbunden werden, die Präsidiumsmitglieder neben der Verantwortung auch „Spielräume“ bekommen.
Auf Vorschlag des Präsidenten wird Eiko Leitsch das Amt des Schatzmeisters und das Ressort „Stadtentwicklung“ übernehmen, Carsten Henselek übernimmt die Vertretung im Bundesverband Dienstleistungswirtschaft (BDWi) und den Vorsitz des BGL-Ausschusses „Koordinierung“. Erich Hiller wird sich um das Ressort „Berufsbildung“ kümmern, Lutze von Wurmb um das Ressort „Europa“. Forster selbst behält das von ihm bisher im Präsidium bearbeitete Ressort „Öffentlichkeitsarbeit“.
Sechs Vizepräsidenten mit Ressorts
Die vor zwei Jahren in das BGL-Präsidium gewählten Unternehmer Helmut Schingen aus Petschow und Jürgen Hoppe aus Uelzen sind nun auch Vizepräsidenten. Schingen behält das Ressort „Tarif und Betriebswirtschaft“, Hoppe das Ressort „Landschaftsgärtnerische Fachgebiete und Forschungsgesellschaft Landschaftsentwicklung Landschaftsbau (FLL)“. Forster selbst führt das Ressort „Öffentlichkeitsarbeit“ fort.
Der Status der Präsidiumsmitglieder wurde vom Verbandskongress später deutlich aufgewertet. Mit einer Zweidrittelmehrheit legten die Delegierten fest, dass alle Präsidiumsmitglieder neben dem Präsidenten Vizepräsidenten sind. Der Auftritt jedes einzelnen Präsidiumsmitglieds nach außen und gegenüber der Politik solle damit gestärkt werden, begründete BGL-Präsident Forster den Antrag. Er sei Teil der Bemühungen, das Ehrenamt zu stärken und zu professionalisieren.
Landesverbände deutlich aufgewertet
Der Verbandskongress beschloss zudem in einer Satzungsänderung, den BGL-Hauptausschuss künftig über das Präsidium zu stellen. Neben dem „Souverän“ Verbandskongress soll der Ausschuss die Richtlinien der Verbandspolitik bestimmen. Die Landesverbände, erhalten damit ein stärkeres Gewicht. Im Hauptausschuss sind sie mit zwölf Landes-Präsidenten und –Vorsitzenden vertreten, das Präsidium mit sieben Mitgliedern.
Der frühere BGL-Präsident Hanns-Jürgen Redeker hatte schon zu Beginn der Veranstaltung darauf hingewiesen, dass die Landesverbände in den letzten zwei Jahren finanziell mehr Spielraum erhielten. So werden die Reisekosten der BGL-Ausschussmitglieder seit 2010 nicht mehr von den Landesverbänden bezahlt, sondern vom Bundesverband. Für dieses Jahr und für 2012 wurden den Landesverbänden zudem 6 Prozent des BGL-Jahresbeitrages erlassen. Zusammen entspricht das einer Entlastung von 65.000 Euro oder 10°% des bisherigen Beitrages.
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Hanns-Jürgen Redeker (Mitte) er-
hielt von seinem Nachfolger im Prä-
sidentenamt den Goldenen Ehren-
ring des BGL. Rechts Ehefrau Heike
Redeker. |
Redeker mit Ehrenring ausgezeichnet
Der bisherige BGL-Präsident Hanns-Jürgen Redeker wurde mit dem Goldenen Ehrenring des Bundesverbandes Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau verabschiedet. Forster dankte dem Hamburger für die geleistete Arbeit. Er sei durchsetzungsfähig gewesen und „den BGL enorm nach vorn gebracht“. Bewiesen habe er das als AuGaLa-Vorstandsvorsitzender, Mitinitiator des Stiftungslehrstuhls „Landschaftsbau/Vegetationstechnik“ an der Universität Kassel, bei der Neuordnung der Deutschen Bundesgartenschau-Gesellschaft (DBG) und der Stiftungsgründung „Die Grüne Stadt“.
Redeker bleibt auch künftig AuGaLa-Vorstandsvorsitzender, stellvertretender Vorsitzender der DBG-Gesellschafterversammlung und Kuratoriumsvorsitzender der Stiftung „Die Grüne Stadt“. Den Vorsitz des BGL-Ausschusses „Berufsbildung“ wird er zum Ende dieses Jahres abgeben, aber weiterhin beratend tätig sein und den Hochschulbereich federführend bearbeiten. Neben Redeker wurden auch die Präsidiumsmitglieder Christoph Hartmann aus Berlin und Stefan Müller aus Weingarten aus ihren Ämtern verabschiedet. cm
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