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Die Wirtschaftskrise ging am grünen Wohnzimmer vorbei
Krisenfrei: Der GaLaBau hat seinen Umsatz stabil auf dem Rekordniveau von 2008 gehalten. Foto: Siegwarth Aicheler/Kramer-Werke
Nun ist es offiziell: Die Leistungen der deutschen Landschaftsgärtner waren im vergangenen Jahr so gefragt, dass die GaLaBau-Unternehmen ihren Umsatz stabil auf dem Rekordniveau von 2008 halten konnten. Der Wirtschaftskrise zum Trotz lag der Gesamtumsatz der Branche bei rund 4,914 Milliarden Euro und damit sogar um 0,06 Prozent über der Marke von 2008 (4,911 Milliarden Euro). Das geht aus der jährlichen Branchenstatistik für den Landschaftsbau hervor, die auf den Daten aller GaLabau-Betriebe in Deutschland fusst.

Umsatzbringer Privatgarten

Der Bundesverband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau (BGL) legte sie Ende März auf seiner Jahrespressekonferenz in Bonn vor. „Die Krise ist am grünen Wohnzimmer vorbei gegangen“, freute sich BGL-Präsident Hanns-Jürgen Redeker: „Wir werden alles daran setzen, in 2010 an unser gutes Ergebnis anzuknüpfen, auch wenn dies – nicht zuletzt bundesweit bedingt durch den ungewöhnlich harten Winter – nicht so einfach werden dürfte.“

Die Anzahl der GaLaBau-Betriebe stieg 2009 um 2,23 Prozent auf 14.784 Unternehmen. 2008 waren es noch 14.461 gewesen. Die Zahl der Beschäftigten wuchs im vergangenen Jahr um 0,90 Prozent auf 88.582 Menschen. Die Insolvenzquote der Branche stieg nur leicht um 0,89 Prozent.

Umsatz brachte vor allem der Privatgarten-Bereich. Sein Anteil an den Umsätzen stieg seit 2001 bereits im achten Jahr. Waren die Hausgarten-Auftraggeber 2008 noch mit 50,01 Prozent am Gesamtumsatz des deutschen GaLaBaus beteiligt, waren es 2009 51,27 Prozent gewesen. 

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Im zweiten Jahr auf Rekordhöhe: Der Umsatz des deutschen Garten- und Landschaftsbaus lag 2009 bei 4,914 Milliarden Euro.
Grafik: BGL

Kommunen ließen nach

Bei den öffentlichen Auftraggebern sank der Anteil am Umsatz demgegenüber von 18,74 Prozent in 2008 auf 17,61 Prozent in 2009. Nach Angaben Redekers konnte der GaLaBau vom Konjunkturpaket II im vergangenen Jahr nicht maßgeblich profitieren. „Wir erwarten davon auch für 2010 keine Wunder.“ Auch wenn es den Bundesländern und Kommunen möglich sei, mit dem ihnen zur Verfügung gestellten Geld in Außenanlagen sowie grüne Spiel- und Sportplätze zu investieren, hätten die Verantwortlichen offenbar andere Prioritäten gesetzt.

Insgesamt 78 Prozent der GaLaBau-Aufträge betrafen 2009 die Neuanlage von Grün. Das ist ein Prozent mehr als im Vorjahr. Die Pflege trug mit 18 Prozent zum Umsatz bei und sank damit gegenüber 2008 um ein Prozent. Im Bereich der Pflege zählten Gebäudereiniger und Hausmeister mit 24,55 Prozent (2008: 26,14 Prozent), die Schwarzarbeit mit 17,41 Prozent (2008: 17,01 Prozent) und gemeinnützige Einrichtungen mit 15,63 Prozent (2008: 16,6 Prozent) zu den stärksten Konkurrenten des GaLaBaus.

Anzahl der Azubis angestiegen

Die Zahl der Auszubildenden stieg 2009 um 3,4 Prozent gegenüber 2008. Insgesamt 7.132 junge Menschen ließen sich in gewerblichen Garten- ujnd Landschaftsbau-Betrieben zum Landschaftsgärtner ausbilden, ein Jahr zuvor waren es 6.898 Auszubildende. Die Ausbildungsquote, gemessen an gewerblichen Arbeitskräften, lag in 2009 mit knapp elf Prozent erneut über der Zehn-Prozent-Marke.

Redeker plädierte dafür, die Berufsbildung stärker ins Visier zu nehmen. Um einem Fachkräftemangel im grünen Berufsstand vorzubeugen, müsse die Hochwertigkeit der Berufsbildung gesichert und weiter vorangetrieben werden. Für die Zukunft fordere der BGL „verpflichtend für alle Berufsschulen landschaftsgärtnerische Fachlehrer und nicht Quereinsteiger“. Ausbildungs- und Prüfungsbedingungen müssten regelmäßig auf den Prüfstand gestellt werden. Neben umfassenden Pflanzen- und Materialkenntnissen sowie praktischen Fähigkeiten der Verwendung und Verarbeitung gelte es auch so genannte Soft Skills, weiche Faktoren, zu fördern. „Wir wünschen uns eine verbesserte Nutzung und Kontrolle der Berichtshefte durch die Berufsschule und die Ausbildungsbetriebe, genauso wie einen baustellenorientierten Unterricht.“

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Umsatzbringer 2009 war erneut der Privatgarten-Bereich. Sein Anteil am Gesamtumsatz betrug 51,27 Prozent.
Grafik: BGL

Neue Geschäftsfelder erschließen

Der BGL-Präsident sprach sich dafür aus, vorhandene landschaftsgärtnerische Potenziale für die Entwicklung neuer Geschäftsfelder zu aktivieren. Dazu zähle vor allem Know-how bei ingenieurbiologische Maßnahmen, was im Bereich der Umweltsicherung von großer Bedeutung sei. „Die Betriebe sind in diesem wichtigen zukunftsträchtigen Arbeitsfeld noch immer recht zurückhaltend“, sagte Redeker. Tiefbau und Wasserwirtschaft seien auf diesem Feld bereits aktiver als der GaLaBau.

Der BGL plane deshalb, das Thema bei der Internationalen Fachmesse GaLaBau 2010 im kommenden September in einer eigenen Forumsveranstaltung zu präsentieren. Themen könnten beispielsweise die Ufer- und Böschungssicherung, der Bau von Pflanzenkläranlagen, Rekultivierungsarbeiten oder die ökologische Regenwasserbehandlung sein. Zu den landschaftsgärtnerischen Kompetenzthemen gehöre auch die Anspritzbegrünung, die beim Verkehrswegebau, im Bergbau, Wasser-, Deponie- und Landschaftsbau, in Industriekomplexen, Truppenübungsplätzen, Flughäfen und Golfplätzen zum Einsatz kämen. cm

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