| Die Anzahl der gemeldeten Arbeitsunfälle im Gartenbau ist im vergangenen Jahr wieder gestiegen. Wurden 2009 noch 44.931 Arbeitsunfälle gezählt, wuchs die Zahl 2010 um 1.153 Unfälle auf 46.084. Das geht aus dem Präventionsbericht der Gartenbau Berufsgenossenschaft (BG) für das Jahr 2010 hervor, der im Oktober in Kassel vorgelegt wurde.
Tödliche Arbeitsunfälle verdoppelt
Das Risiko im Gartenbau hat sich damit von 53,3 Unfällen je 1000-Vollarbeiter auf 56,9 Unfälle erhöht. Die Häufung der Arbeitsunfälle geht vor allem auf das Konto des langen, harten Winters Anfang 2010 und des frühen Wintereinbruchs gegen Ende des Jahres. Unfälle durch Eis und Schnee sowie auf Straßen und Wegen haben sich fast verdoppelt. Sie schnellten von 1.483 im Jahr 2009 auf 2.841 im folgenden Jahr empor.
Fast verdoppelt hat sich auch die Anzahl der tödlichen Arbeitsunfälle. Wurden 2008 und 2009 bei der Gartenbau-BG die bislang niedrigsten Werte registriert, stieg die Anzahl 2010 von sechs auf elf Fälle. Hinzu kamen weitere fünf tödliche Verkehrs- und Wegeunfälle. Unfallschwerpunkt mit fast 50 Prozent der Fälle waren erneut Baumarbeiten, die ohne Fachkunde ausgeführt wurden.
Motorsägenunfälle gesunken
Positiv entwickelt hat sich demgegenüber die Zahl der Neurenten. Das sind jene Unfallrenten, die von der Berufsgenossenschaft erstmals ausgezahlt wurden. Die Anzahl der Geschädigten, die in 2010 erstmals eine solche Rente erhielten, ging im Vergleich zum Vorjahr um fast 38 Prozent zurück. Auch im Bereich Kleinmaschinen, beispielsweise Heckenscheren und Rasenmäher, konnte erstmals ein leichter Rückgang um 2 Prozent verzeichnet werden.
Nimmt man die Anzahl der Motorsägenunfälle, die 2007 mit 564 Unfällen einen Höhepunkt erreichten, so waren 2010 nur noch 431 Unfälle zu verzeichnen: ein Rückgang um fast 24 Prozent. Die Forderung der Selbstverwaltung, menschenbezogene Unfallursachen durch Fachkundekurse wie AS-Baum-I und AS-Baum-II, SKT-A und SKT-B zu reduzieren, hat Wirkung gezeigt.
5% weniger Leiterunfälle
Spürbar verringert haben sich auch Leiterunfälle. Ihr Anteil am Unfallaufkommen sank von 2009 auf 2010 um 5 Prozent. Dazu trugen verschiedene Sonderaktionen der Gartenbau-BG bei, die sich mit dem richtigen Arbeitsmitteleinsatz an bestimmten Orten beschäftigten. Inzwischen wird beim Schneiden von Hecken immer öfter auf Stehleitern zugunsten sichererer Alternativen verzichtet. Auch Leitergurte und Leiterfußverbreiterungen kommen dabei zur Anwendung.
Insgesamt waren 2010 mehr Unternehmen und mehr Beschäftigte in der Gartenbau-Berufsgenossenschaft versichert. Waren 2009 noch 623.580 Personen beim Unfallversicherungsträger in Kassel versichert gewesen, waren es 2010 bereits 634.326.
Insgesamt sei zu erkennen, dass Präventionsmaßnahmen trotz gestiegener Unfallzahlen nachhaltig wirkten, erklärte die Gartenbau-BG. Das werde in den Bereichen, die unmittelbar gärtnerische Arbeiten beträfen, beispielsweise bei Leiterarbeiten und Arbeiten mit Maschinen, deutlich. Gedanken müsse man sich jedoch darüber machen, wie man durch Witterungseinflüsse verursachte Unfälle besser in den Griff bekommen könne. Ein erster Ansatz könne es sein, „rechtzeitig für die richtige Ausrüstung zu sorgen“. Dazu gehöre gefüttertes und hohes Schuhwerk mit Spikes gegen Eisglätte, ein Vorbereiten der Maschinen und Geräte auf den Wintereinsatz und das Freihalten von Zufahrtstraßen und Wegen auf dem Betriebshof von Schnee und Eis. Gartenbau BG/cm
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