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GaLaBau-Grüngut erhält Landschaftspflege-Bonus
Zankapfel GaLaBau-Rückschnitte: Bei der energetischen Nutzung werden sie nun umfassend gefördert. Foto: Neue Landschaft
Grünes Licht für die Gewinnung von Biogas, Strom und Wärme aus GaLaBau-Grünschnitt: Nach langem politischem Tauziehen wird die energetische Nutzung von Grünabfällen aus der Garten- und Parkpflege sowie von Golf- und Sportplätzen umfassend gefördert. Betroffen sind rund fünf Millionen Tonnen Grüngut. Sie können nun nach dem Konzept der GaLaBauEnergy AG (GEAG) in landschaftsgärtnerischen Biogasanlagen verwendet werden.
 
Insgesamt neun Cent pro Kilowattstunde
 
Die vom Bundesumweltministerium eingerichtete Clearingstelle zum Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) hat am 24. September eine weite Auslegung des gesetzlichen Begriffs „Landschaftspflegematerial“ empfohlen, der die Grundlage für eine erhöhte Vergütung durch den sogenannten Landschaftspflege-Bonus abgibt. Den Bonus erhalten soll künftig sämtliches Schnitt- und Mahdgut von „Flächen, auf denen vegetationstechnische Pflegemaßnahmen durchgeführt werden, einschließlich u.a. des hierbei anfallenden Straßenbegleitgrüns/-holzes, kommunalen Grasschnitts, Grünschnitts aus der privaten und öffentlichen Garten- und Parkpflege sowie von Golf- und Sportplätzen und von Randstreifen von Gewässern“.
 
Nach der Empfehlung wird die energetische Nutzung von GaLaBau-Grüngut künftig mit dem NawaRo-Bonus von sieben Cent pro Kilowattstunde erzeugtem Strom gefördert. Zusätzlich gibt es den Landschaftspflege-Bonus in Höhe von zwei Cent pro Kilowattstunde Strom – vorausgesetzt, die im Rahmen der Landschaftspflege anfallenden Pflanzen oder Pflanzenbestandteile nehmen einen Anteil von mehr als 50 Prozent der zur Stromerzeugung in einer Biogasanlage eingesetzten Stoffe ein.
 
Run auf GaLaBauEnergy erwartet
 
Mit verstärkter Nachfrage bei landschaftsgärtnerischen Biogasanlagen rechnet Ernst Meerkamp. Foto: BGL
Mit verstärkter Nachfrage bei land-
schaftsgärtnerischen Biogasanlagen
rechnet Ernst Meerkamp, Vor-
standsvorsitzender der GaLaBau
Energy AG. Foto: BGL
Der Vorstandsvorsitzende der GaLaBauEnergy AG (GEAG), Ernst Meerkamp, rechnet mit einer großen Anzahl von GaLaBau-Unternehmen, die nun eine GEAG-Biogasanlage errichten wollen. Sie können sich damit ein neues Geschäftsfeld erschließen. Aber auch Landschaftsgärtner, die eine Biogasanlage beliefern können durch die jetzt genehmigte, finanzielle Förderung ihre Entsorgungskosten deutlich verringern. Die GEAG prüft gegenwärtig an 80 Standorten in landschaftsgärtnerische Biogasanlagen zu investieren. Sieben entsprechende Biogasanlagen sind bereits in der Gründungs-, zwölf in der Antragsphase. „Wenn jemand genügend Biomasse, einen geeigneten Standort und ein schlüssiges Wärmenutzungskonzept vorlegen kann, können wir ihn in unser Programm aufnehmen“, so Meerkamp.
 
Der Empfehlung war ein zehnmonatiges Prüfverfahren vorangegangen, in dem neun Verbände und zwei Bundesministerien ihre Stellungnahmen abgaben. Zudem hatte das DeutscheBiomasseForschungszentrum (DBFZ) ein 58-seitiges Gutachten erstellt. Es war im Februar bei einer öffentlichen Anhörung mit Fachgespräch im Jakob-Kaiser-Haus des Deutschen Bundestages vorgestellt und debattiert worden. Für die Clearingstelle EEG ging es bei ihrer Entscheidung nicht nur um naturschutzrechtliche Aspekte, sondern auch um die vom Gesetzgeber gewünschte Unterstützung der Nutzung von Biomasse, deren Akquisition gegenüber anderen Materialien aufwändiger und teurer ist.
 
BGL feiert politischen Erfolg
 
Der Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes Garten-, Landschafts- und Sportpklatzbau (BGL), Dr. Hermann J. Kurth, freute sich über den Erfolg für die Landschaftsgärtner: „Damit ist die seit langer Zeit herrschende Unsicherheit zu Vergütungsfragen beim Einsatz entsprechender Materialien zur Biogaserzeugung und Stromeinspeisung nun ausgeräumt.“ Die Clearingstelle EEG sei dem vom BGL und der GaLaBauEnergy AG verfolgten, weiten Ansatz der Begriffsdefinition ohne Einschränkung gefolgt.
 
Im Garten- und Landschaftsbau fielen jährlich mehrere hunderttausend Tonnen Grüngut an, die als Biomasse und nachwachsender Rohstoff in Biogasanlagen energetisch verwertet werden könnten. „Mit den Möglichkeiten der GEAG verlängern wir die Wertschöpfungskette der inzwischen knapp 3.300 GaLaBau-Mitgliedsbetriebe unserer Landesverbände“, sagte Kurth, „Sie können auf diese Weise in absehbarer Zeit echte Vorteile gegenüber ihren Mitbewerbern am Markt nutzen.“ cm
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