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IG BAU streitet über Mitgliedsbeiträge für Arbeitslose
Unter Druck: IG-BAU Vorsitzender Klaus Wiesehügel. Foto: Willow, Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0
In der Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) brodelt ein Streit über die Mitgliedsbeiträge. Gewerkschaftsbeirat und –Vorstand hatten im Spätsommer 2009 den Beitrag für Hartz-IV-Empfänger auf 5,50 Euro festgelegt. In einer Erklärung wandten sich verschiedene haupt- und ehrenamtliche Funktionäre der IG BAU gegen diese Entscheidung.
Das Papier unter dem Titel „ Solidarität mit den erwerbslosen Kolleginnen und Kollegen“ wurde vom Vorsitzenden der Fachgruppe Garten- und Landschaftsbau, Gartenbau und Floristik in der IG BAU Berlin, Werner Köllner, verfasst. Auf einer in Eschborn tagenden gewerkschaftlichen Fachgruppenkonferenz des Garten- und Landschaftsbaus sowie des Baugewerbes wurde es von rund 80 der anwesenden Delegierten unterschrieben und dem stellvertretenden IG-BAU-Bundesvorsitzenden Dietmar Schäfers überreicht.

In der Erklärung appellierten die Delegierten an die Gewerkschaftsspitze, den Beitrag für Empfänger des Arbeitslosengeldes II abzusenken. Bei der IG Metall, so das Papier, betrage der entsprechende Monatsbeitrag 1,53 Euro, bei Ver.di 2,50 Euro und bei der GEW 2,83 Euro. Es müsse deshalb eine Summe festgelegt werden, „der die auf Arbeitslosengeld II angewiesenen Kolleginnen und Kollegen nicht zum Austritt aus unserer Gewerkschaft zwingt“.

Tatsächlich liegt der neue Hartz-IV-Mitgliedsbeitrag der IG BAU um 50 Cent höher als der des Sozialverbandes Deutschland (SoVD), der sich neben Rentnern, Behinderten und Pflegebedürftigen auch für Sozialhilfeempfänger und Arbeitsunfallverletzte einsetzt. So manches arbeitslose IG-BAU-Mitglied, heißt es in Gewerkschaftskreisen, könnte nach der Beitragserhöhung versucht sein, seine Interessen künftig anderswo vertreten zu lassen.

Pikant ist vor allem die Art und Weise, in der die vom Arbeitslosengeld II lebenden Gewerkschaftsmitglieder von der Beitragserhöhung erfuhren. Weil es keine schriftliche Mitteilung dazu gab, bemerkten die meisten Betroffenen erst auf ihrem Kontoauszug, dass sie der IG BAU mehr Geld abführen müssen als bisher üblich. Und weil die Gewerkschafts-Abbuchungen stets für mehrere Monate gebündelt erfolgen, war der Betrag nicht zu übersehen.

Der Vorstand der IG BAU will sich mit dem Papier jedoch nicht befassen. Das Thema, so der stellvertretende Bundesvorsitzende Schäfers, sei von den ehrenamtlichen Mitgliedern des Beirats lange diskutiert und schließlich beschlossen worden. Kritiker hätten lange genug Gelegenheit gehabt, sich zu äußern. Einen Vergleich mit den Mitgliedsbeiträgen für Empfänger des Arbeitslosengeldes II in anderen Gewerkschaften lehnt er ab: Jede Gewerkschaft habe ihre eigenen Strukturen und daher auch unterschiedliche Beitragsordnungen. cm

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