| Traditionell wurden im Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau immer Geräte beschafft, die sich als „Alleskönner“ präsentieren. Der Klassiker, die Agriafräse, war selten nur Fräse, sondern auch Böschungsmäher, Rüttelegge, Grubber, Kehrmaschine und manchmal sogar Schlepper für Kleintransporte. Diese Philosophie wird noch heute von einer ganzen Reihe von Anbietern verfolgt. Angefangen bei den Einachsschleppern, die sich nach wie vor als Generalisten präsentieren. Zielgruppe sind hier Betriebe, die sich verschiedene Einsatzmöglichkeiten offen halten wollen, jedoch eben nur selten einmal Kehren, Fräsen, Eggen müssen und außerdem mit dem gleichen Gerät die einschurige Mähwiese bearbeiten wollen. Schwenkbare Griffe und Änderung der Hauptfahrrichtung machen dieses möglich. Diese Geräte können sinnvoll nur auf kleinsten Baustellen eingesetzt werden. Auf der einen Seite werden durch die häufige Anwendung ein- und desselben Trägergerätes die Kosten pro Einsatzstunde gesenkt. Auf der anderen Seite sind, bedingt durch die Variabilität der Geräte, die Geräte selbst teuer und der Umbau verschlingt zusätzliche Kosten. Außerdem sind die Geräte dann meist im speziellen Einsatz den Spezialisten unterlegen, was Bedienungskomfort und Leistungsfähigkeit betrifft, was letztlich auch zu einer Kostenerhöhung führt. So können die Generalisten häufig alles nicht richtig gut.
Speziell ausgelegte Generalisten
Andere Generalisten können hingegen zu hoch spezialisierten Einsätzen durchaus sinnvoll genutzt werden. So macht z.B. ein Gerät wie der Mecalac in der Landschaftspflege bei Mäharbeiten einen sehr leistungsfähigen Eindruck. Auch wenn das Gerät als „Alleskönner“ für den leichten Erdbau konzipiert worden ist, kristallisiert sich durch seine leichte aber voluminöse Bauweise doch wieder ein Spezialeinsatz in der Landschaftspflege heraus. Ähnliches kann der „Urmutter“ der Universalgeräte zugeschrieben werden, dem Unimog. Hier ist immer noch die Mäharbeit an Straßen eine der Hauptaufgaben, wobei natürlich der Unimog als Universalmaschine mit Spezialausstattung zum Spezialisten werden kann, z.B. als geländegängiger Kran oder als Zweiwegefahrzeug für Mäharbeiten im Gleisbereich.
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Anfangs sehr belächelt, inzwischen
doch auch vollkommen im mittel-
schweren Erdbau angekommen:
Schlepper mit verschiedenen An-
baugeräten.
Foto: Martin Thieme-Hack |
Bei den großen Generalisten – den Schleppern – macht sich der Spezialeinsatz erst im Umfang der Ausstattung erkennbar. So ist der eine Schlepper eher Zugmaschine, der andere eher Geräteträger für eine Vielzahl von wechselnden Einsätzen. Während vor wenigen Jahren der Einsatz von Schleppern mit Anhängern für den Streckentransport im Erdbau noch belächelt wurde, sind Schlepper heute Standardgeräte auf Großbaustellen und finden auch außerhalb des Landschaftsbaus regen Einsatz. Das bezieht sich nicht nur auf den Streckentransport, sondern heute auch auf den Einsatz von Bodenstabilisierungsfräsen, Anhängegradern, Schürfkübeln u.v.m. Trotzdem werden die Spezialisten immer das leistungsfähigere Gerät bleiben. Dies zeigt sich heute am Beispiel der Anhängegrader noch deutlich, dies mag aber in wenigen Jahren anders aussehen.
Erdbewegung und Materialtransporte im GaLaBau
Werden im Landschaftsbau, z.B. bei Golfanlagen oder im Sportplatzbau umfangreiche Erdarbeiten durchgeführt, gelten die gleichen Grundsätze wie im klassischen Erdbau. Der Standardfall sind jedoch Erdarbeiten im geringeren Umfang, mit Größenordnungen bis 500 m3 für verschiedene Leistungen wie Auf- und Abtrag, Streckentransport, Aushub und Verfüllen von Gräben und Baugruben. Dazu kommen Arbeiten wie der Transport und Einbau von Schüttgütern, sowie nicht zuletzt der baustelleninterne Transport von Stoffen und Bauteilen, insbesondere Pflaster. Dieser Umstand lässt eigentlich erwarten, dass Kombigeräte zum Einsatz kommen. Während im europäischen Ausland und in Übersee Baggerlader fest zum Bild von kleineren und größeren Baustellen gehören, hat sich diese Kombination aus Fahrbagger (Radlader) und Standbagger (Hydraulikbagger) in einem Gerät aber in Deutschland überhaupt nicht durchgesetzt. Auch im Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau hat sich dieses Gerät nicht auf den Baustellen durchgesetzt. Dieses ist aber bei den geringen Jahreseinsatzstunden in einer Größenordnung von bis zu 250 h/a durchaus verwunderlich. Auch die Vereinfachung bei An- und Abtransport hat wohl nicht überzeugen können. Regelmäßig werden im Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau die Baustellen mit Mini- oder Kompaktbagger (bis 7 t) und mit Radlader in der Größenordnung bis 0,8 m3 bestückt.
Pflege und Instandhaltung im Grünflächenmanagement
Eines der Hauptarbeitsbereiche des Garten-, Landschafts- und Sportplatzbaus liegt in der Pflege und Instandhaltung von Grün- und Freiflächen. Durch Konzentration der Aufträge im gewerblichen Bereich, durch die zunehmende Bedeutung der zweiten Miete in der Wohnungswirtschaft und nicht zuletzt durch die Kürzungen des Budgets im öffentlichen Bereich, nimmt auch hier der Kostendruck stetig zu. Daher wird von den Anwendern immer mehr eine Optimierung der Kosten von Maschinen und Geräten erwartet. Auch hier ist ein Trend zu immer mehr Spezialisierung erkennbar. Nicht zuletzt durch die Risikobereitschaft von Lohnunternehmen, auch in hochspezialisierte Technik zu investieren, werden sich immer mehr Spezialisten erfolgreich am Markt etablieren - auch in den angestammten Gebieten des Landschaftsbaus. Auch die Landschaftspflege, eigentlich eins der Stammgebiete des Landschaftsbaus, wird immer mehr von leistungsfähigen, hochtechnisierten und spezialisierten Unternehmen ausgeführt. Dieses führt aber zum Nachteil der Unternehmen, dass diese schnell von wenigen Leistungen abhängig werden. Bestes Beispiel ist die Vergabe von Mäharbeiten im Straßenseitenraum. Manche Kommune schwankt immer wieder zwischen der Eigenleistung und der Fremdvergabe. Für den Auftragnehmer ist eine Vertragslaufzeit von 2 oder 3 Jahren aber viel zu wenig, um in leistungsfähige Spezialmaschinen zu investieren. Daher suchen die Unternehmen hier immer wieder nach Kompromissen.
Entscheidungsvorbereitung in vier Schritten
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Mäharbeiten mit Spezialradladern
können durchaus sinnvoll sein.
Foto: Martin Thieme-Hack |
Welches für ein bestimmtes Aufgabenspektrum die richtige Maschine ist, ist eine ganzheitliche Betrachtung wert. Ergebnis dieser sind nicht die Maschinenkosten je Einsatzstunde, sondern die Kosten je Leistungseinheit [m3, m²]. Zur Beurteilung herangezogen werden deshalb natürlich die Leistungsfähigkeit [m³/h, m²/h], aber auch die Langlebigkeit und Robustheit der Maschine oder zum Beispiel der Bedienungskomfort. Betriebsspezifisch zu analysieren ist der zukünftig erwartete Leistungsumfang (Auftragsstrukturen), die üblicherweise oder für den Einzelfall anzutreffenden Baustellenbedingungen usw. Vier wichtige Schritte zur Entscheidungsvorbereitung sollen im Folgenden vorgestellt werden.
1. Schritt – Aufgaben abgrenzen
Wo liegt der eigentliche Engpass und welche Aufgaben soll die neue Maschine im Einzelnen und insgesamt übernehmen? Geräte für Spezialaufgaben erfordern natürlich eine andere Ausstattung als solche, die vielseitig einsetzbar sein sollen. Und nicht selten wird Technik angeschafft, bei der man für vermeintlich notwendige Vielseitigkeit viel Geld opfert, die man später im praktischen Einsatz nicht nutzt. Am Ende der Überlegungen steht nun ein konkreter Aufgabenkatalog, der jetzt sozusagen übersetzbar ist in die sich daraus ergebenden technischen Anforderungen an die anzuschaffende Maschine.
2. Schritt – Anforderungen ermitteln
Im nächsten Schritt müssen die sich aus den festgelegten Aufgaben ergebenden Anforderungen an die neue Maschine zusammengetragen werden. Solche Anforderungen ergeben sich einmal aus dem zuvor formulierten Aufgabenspektrum, aber auch aus den oben angesprochenen, darüber hinaus zu berücksichtigenden betriebsspezifischen Rahmenbedingungen. Spätestens jetzt entsteht eine recht genaue Checkliste, die als übersichtlicher Anforderungskatalog aufbereitet werden sollte. Dieser Lastenkatalog dient im weiteren Vorgehen als Richtschnur, wenn es darum geht, verschiedene in Frage kommende Alternativen miteinander zu vergleichen.
3. Schritt – Alternativen ermitteln
Der Katalog kann jetzt dazu dienen, aus dem angebotenen Gerätespektrum konkrete Alternativen ins Auge zu fassen, zu begutachten und mit den Herstellern z. B. auf einer Fachmesse fachliche Einzelfragen zu klären. Gerade eine Messe bietet aber auch die Möglichkeit, manche Neu- oder Weiterentwicklung zu erkennen und im Gespräch mit dem Vertreter des Herstellers zu beurteilen. In Ergänzung zum Messebesuch sind jetzt alle Informationen in Bezug auf die erarbeiteten Anforderungskriterien auszuwerten. In Bezug auf Gerätebedienbarkeit, Funktionssicherheit, Zeitbedarf für Auf- und Abbau sowie auch Wartungsfreundlichkeit kann aber letztlich erst die praktische Erprobung Aufschluss geben.
4. Schritt – Ideallösung bestimmen
Nachdem eine Eingrenzung auf wenige Alternativen erfolgt ist, findet nun eine konkrete Bewertung der möglichen Lösungen anhand eines einfach zu erarbeitenden Bewertungsbogens statt (Wertanalyse). Tabelle 1 zeigt einen erarbeiteten Auswertungsbogen für das Beispiel des Serviceladers. Die für diese Maschinengruppe relevanten Bewertungskriterien sind in der linken Spalte gelistet. Über einen betriebsspezifischen Prioritätenschlüssel (Wichtung) kann festgelegt werden, ob und welche Kriterien in der Entscheidung höher gewichtet werden sollen als andere. Für jede Maschine oder Gerätekombination der engeren Wahl wird ein gesonderter Bogen ausgefüllt. Zu jedem Kriterium werden für das zu beurteilende System Bewertungspunkte von 1-5 verteilt. Über die mit dem Prioritätenfaktor multiplizierte Punktezahl ergibt sich so eine Gesamtsumme. Der Alternative mit der höchsten Punktzahl gebührt bei objektiver Bewertung letztlich der Zuschlag.
Das vorgestellte Verfahren kann bei entsprechender Vorbereitung für jede Entscheidungen gleichermaßen angewendet werden. Nicht jeder wird sich bei kleineren Investitionen von eher geringer Tragweite gleich diese Mühe machen. Wichtige Schlüsselmaschinen jedoch, die regelmäßig viel Kapital binden und ein Unternehmen oft lange begleiten und prägen, sollten allemal diesen Aufwand wert sein.
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