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-   Kernbeiträge
Typische Baufehler beim Schwimmteichbau
  Die Sicht eines Sachverständigen

Guido Manzke
Normen und Schulungen haben dazu beigetragen, die Qualität des Schwimmteichbaus in wenigen Jahren enorm zu steigern. Doch es gibt noch typische Baufehler, die im Vorfeld erkannt und vermieden werden können. Die häufigsten Fehler beziehen sich auf eine zu geringe Beachtung des Nachfüllwassers. Auch eine mangelhafte Teichrandausbildung und Fehler beim Strandeinstieg spielen eine Rolle.
Abb. 1: Vermehrte Algenbildung. Foto: Guido Manzke
Abb. 1: Vermehrte Algenbildung. Foto: Guido Manzke
 
Vorausschickend möchte ich erwähnen, dass es sich bei diesem Sektor um einen noch relativ jungen Markt handelt, in dem anfänglich, vor etwa zehn bis 15 Jahren aus Unwissenheit Fehler in der Planung oder in der Bautechnik entstanden sind. Häufig wurde von den ausführenden Firmen das komplexe Thema „Wasser“ und die dazugehörige Technik unterschätzt.

Durch den Zusammenschluss von Wirtschaft und Wissenschaft ab etwa 2000 und entsprechenden Publikationen konnte das Fachwissen weiter entwickelt werden. Auch das Erscheinen des Regelwerks der Forschungsgesellschaft Landschaftsentwicklung Landschaftsbau (FLL) „Empfehlungen für Planung, Bau und Instandhaltung von privaten Schwimm- und Badeteichen“ im Jahr 2006 und die regelmäßigen Schulungen für Garten- und Landschaftsbauer in der „Qualifizierung zum Schwimmteichbauer“ durch die Deutschen Gesellschaft für naturnahe Badegewässer trugen zu einer stetigen Qualitätssicherung bei. Parallel dazu wurden die technischen und konstruktiven Ansprüche der Benutzer an die Schwimmteichanlagen immer höher.

Im Rahmen meiner Tätigkeit als erster ÖBV- Sachverständiger für Schwimmteiche möchte ich mit diesem Artikel dazu beitragen, dass bisher typische Baufehler im Vorfeld erkannt oder, bessern noch, zukünftig vermieden werden.

Die häufigsten Baufehler, die an Schwimmteichanlagen zu finden sind, beziehen sich auf eine zu geringe Beachtung des Nachfüllwassers und infolge dessen auf einen übermäßigen Algenwuchs nach Inbetriebnahme (Abb. 1, Abb. 2 und Abb. 3).

Nachfüllung oder Erstbefüllung des Schwimmteichs

Leider wird der der Wasserqualität, insbesondere der Nährstoffkonzentration im Wasser, immer noch eine zu geringe Bedeutung beigemessen. Es wird dringend empfohlen, sich bereits vor dem Bau und der Angebotserstellung Gedanken zu machen, welches Wasser zur Nachfüllung der Schwimmteichanlage verwendet werden soll.

Hier stehen Frisch- oder Trinkwasser aus dem öffentlichen Netz, das Wasser aus dem Brunnen oder möglicherweise Regenwasser zur Verfügung. Bereits im ersten Beratungsgespräch mit den Bauherren, sollte dieser über die Bedeutung des Nachfüllwassers und dessen Auswirkung auf die Qualität des Teichwassers informiert werden. So empfiehlt es sich grundsätzlich, vor Beginn der Planungen eine Wasserprobe in ein Labor zu schicken und eine Analyse durchführen zu lassen.

Verwendung von Trinkwasser

Häufig hört man Aussagen von den privaten Schwimmteich-Besitzern: „Die Wasserqualität unseres Teiches ist super, wir füllen unseren Teich nur mit Trinkwasser auf.“

Trinkwasser ist mikrobiologisch gesehen jedoch „totes Wasser“, da verständlicherweise beim Gebrauch des Trinkwassers eine Keimbelastung nicht erwünscht ist. Der Phosphatwert wurde einst in einer Novellierung der Trinkwasserverordnung herausgenommen, das heißt er ist in den Wasseranalysen des jeweiligen Wasserversorgungswerkes nicht mehr nachweispflichtig. Dabei muss betont werden, dass zum Beispiel ein Kürzel wie n.n. („nicht nachweispflichtig“) nicht gleichzusetzen ist mit dem Begriff „nicht nachweisbar“. Bei der Novellierung wurde der Grenzwert Gesamt-Phosphat von 6,7 mgP/l aufgehoben, was teilweise zur Folge hat, dass einige Versorger sogar Phosphor in das Netz zugeben, damit die Kupferleitungen nicht korrodieren. Für den menschlichen Organismus sind solche Phosphat-Konzentrationen auch weniger kritisch anzusehen. In der Zugabe für einen Schwimmteich jedoch absolut schädlich, da der Phosphat-Wert als limitierender Faktor für das Algenwachstum anzusehen ist.

Der empfohlene Grenzwert im Nachfüllwasser sollte 0,01 mg/l P nicht überschreiten. Dabei sollte Phosphor immer als Gesamtphosphor bestimmt werden. Um dennoch Werte hinsichtlich der Nährstoffkonzentration im Trinkwasser zu bekommen, muss der Wasserversorger direkt angefragt werden; hierbei sollte insbesondere, unter Angabe der Abnahmestelle, geklärt werden, ob nicht möglicherweise mit verschiedenen Trinkwasserbrunnen oder mit schwankenden Nährstoffkonzentrationen zu rechnen ist.

Verwendung von Brunnenwasser

Sollte im Rahmen der Schwimmteichplanung und eventueller Gartenberegnung eine eigene Wasserversorgung durch einen Brunnen in Betracht gezogen werden, so sollte auch hier eine umfassende Erst-Analyse erfolgen. In vielen Bundesländern ist das Herstellen eines Brunnens für die eigene Gartenberegnung genehmigungsfrei, allerdings anzeigenpflichtig. Wie auch beim Trinkwasser muss man sich bewusst sein, dass die Wasserqualität des Brunnenwassers ebenfalls erheblichen Schwankungen ausgesetzt ist. Neben den Belastungen, die durch die Landwirtschaft auf das Grundwasser Einfluss haben, ist es möglicherweise der Nitratwert, der zu Überhöhung führen könnte.

Regenwassernutzung

Häufig wird das weiche Regenwasser in Kombination mit Trinkwasser oder Brunnenwasser als eine Art der zusätzlichen Wassernachspeisung in Betracht gezogen. Dies macht gerade in Gegenden mit hartem Trinkwasser Sinn. Aus diesem Grund, aber auch um wertvolles und teures Trinkwasser zu sparen, empfiehlt es sich bei dem Bau der Schwimmteichanlage die natürlichen Niederschläge mit einzubeziehen und das Abschlagswasser über eine weitere Kammer zwischen zu speichern. Diese sollte bautechnisch jedoch in dem Wasserkreislauf so eingebunden werden, dass das Wasser nicht absteht, sondern in Bewegung bleibt.

Sollten zusätzliche Niederschlagsmengen von Dachflächen zu einem temporären Anheben des Wasserstandes genutzt werden, so sollte darauf geachtet werden, dass die Dachflächen, sowie die Dachrinnen sauber gehalten werden und Rinnensiebe eingesetzt sind. Dies kann durch den Einbau eines sog. elektronischen Dachwassersteuerers erreicht werden. Hierbei werden die auf der Dachhaut liegenden Feinstäube und abgesetzten Verschmutzungen zunächst abgespült und in den Vorfluter abgeleitet. Erst nach einem bestimmten Zeitintervall wird das Regenwasser dann in den Bodenfilter oder Zwischenspeicher abgeleitet. Ein Zwischenspeichern in einer Zisterne, die nur nach Bedarf (Sommermonaten, Trockenzeit) Wasser in den Teich speist, hat sich als sehr nachteilig erwiesen, da die Gefahr von Verkeimungen und Rücklösungen eindeutig zu groß sind.

All diese Überlegungen sind von hoher Bedeutung, da die Schwimmteichanlagen zu einen durch die Nutzung (Spritz- und Schwallwasser), sowie aber auch durch die Verdunstung nicht unerhebliche Mengen an Wasser verlieren. Unter Berücksichtigung der Faktoren, wie Windgeschwindigkeit, Luftfeuchtigkeit, Wassertemperatur und Wasserbewegung, kann der Wasserstand an Verdunstungstagen je nach Lage, zwischen 10 und 15 mm pro Tag fallen.

Optimieren des Nachfüllwassers

Auf Grundlage der Analyseberichte der gezogenen Wasserproben, kann es unter Umständen erforderlich sein, dem Schwimmteichbesitzer entsprechende Maßnahmen zur Optimierung der Wasserqualität zu empfehlen. Neben der Möglichkeit durch einen mobilen Phosphat-Filter (Abb. 4) Phosphat aus dem Trinkwasser zu binden, kann es im Gegensatz dazu aber auch sinnvoll sein, bei einer schlechten Leitfähigkeit das Teichwasser mit phosphatfreiem Flüssigdünger zu behandeln.

Ein weiterer häufig zu beobachtender Baufehler ist eine mangelhaft ausgeführte Teichrandausbildung:

Teichrandausbildung – Kapillarsperre

Nicht allein die Dichtigkeit der Folie an Schweißnähten und Durchführungen ist ausschlaggebend dafür, dass kein Teichwasser verloren geht. Oftmals wird der Randausführung um den Schwimmteich nicht genügend Aufmerksamkeit geschenkt. Die häufig auftretenden Probleme sind:

  1. Teichrand wurde nicht mit Hilfe eines Nivelliergerätes oder eines Rotationslasers hergestellt und schwankt in seiner umlaufenden Höhe.
  2. Die Folge ist: unkontrollierter Wasserverlust ins anstehende Erdreich
  3. Die Kapillarsperre wurde nicht fachgerecht ausgeführt.
  4. Die Folge ist: Wasserverlust und Einschwemmen von nährstoffhaltiger Vegetationsschicht und daraus resultierend verstärktes Algenwachstum.

Zur fachgerechten Ausführung gibt es verbindliche Aussagen in folgendem Regelwerk: „Empfehlung für die Planung, Bau und Instandhaltung von privaten Schwimm- und Badeteichen“, Ausgabe 2006, Herausgeber FLL.

Ufer-/Beckenrandausbildung

„Der Ufer-Beckenrand muss so ausgebildet werden, dass

  • in Abhängigkeit des zu erwartenden Wellenschlags der Wasserspiegel dauerhaft mindestens 5 cm unter der Abdichtungsoberkante liegt (bei öffentlichen Anlagen 10 cm),
  • ein Schutz der Abdichtung vor Beschädigung gegeben ist,
  • ein Wasserabzug in die Umgebung verhindert wird (Kapillarsperre),
  • ein Eintrag von Oberflächenwasser verhindert wird (beispielsweise durch Dränage)“.

Das heißt, die Randeinfassung muss umlaufend auf einem Niveau von 5 cm (10 cm bei öffentlichen Anlagen) oberhalb des Wasserspiegels fixiert werden, um eine Überhöhung gegen Wellenschlag zu bieten. Die Folie darf im Randbereich nicht freiliegen oder durch einen Fußtritt niedergedrückt werden können und der UV-Strahlung ausgesetzt sein (siehe Abb. 05). Möglich wäre eine Fixierung an einem Rundbord (50/25/5 cm), umlaufend auf die gewünschte Höhe nivelliert, und in Magerbeton gesetzt. Hierbei sollte die Folie mit einer Überlappung nach außen versehen werden, um nachträglichem Nachrutschen durch Setzungen im Erdreich einen Vorschub an Folie zu leisten(siehe Zeichnung Teichrand). Alternativ kann ein formstabiler PE-Teichrand (15 bis 25 cm Höhe) an ca. 80 cm hohen Holzpflöcken (Douglasie oder Lärche) umlaufend auf die gewünschte Höhe in das Erdreich gerammt, angeschraubt werden. Die Folie wird später über den PE-Teichrand gelegt.

Ferner ist darauf zu achten, dass die Folie möglichst überall vor UV-Strahlung und mechanischer Beschädigung geschützt wird, da diese die Haltbarkeit der Folie herabsetzt. Eine trittstabile Abdeckung kann im Bereich der Randeinfassung durch eine Kiesabdeckung (beispielsweise16/32) erfolgen. Dabei ist zu beachten, dass der anschließende Kies (Abdeckung der Regenerationszone) feiner gekörnt ist, um eine Sogwirkung des Teichwassers nach außen zu vermeiden (Kapillarsperre). Aus diesem Grund sollte auch auf keinen Fall das nährstoffhaltige Erdreich bis an die Randeinfassung geführt werden, da somit das Substrat in den Teich geschlemmt werden kann und die gelösten Nährstoffe für ein rasches Algenwachstum sorgen. Optimal wäre eine Trennung des Erdreichs von der Kiesabdeckung der Randeinfassung mit einem Rasenkantstein (siehe Abb. 6). Falls das anstehende Erdreich vom Schwimmteich aus ansteigt, was möglichst zu vermeiden wäre, ist bei starken Regengüssen die Gefahr der Einschwemmung von Erdreich in den Schwimmteich gegeben. (Abb. 7) Um hier vorzubeugen wird außerhalb der Randeinfassung, hangseitig, eine Dränageleitung in Kiespackung, für das schnellere Ableiten des Regenwassers verlegt. (Abb. 8)

Im Bereich des flachen Strandeinstiegs finden sich häufig Fehler im Steigungsverhältnis.

Materialverfrachtung durch steile Strandeinstiege

Die Strandeinstiege, die durch ein Gefälle und runder Kieskornabdeckung gekennzeichnet sind, werden oft mit zu steilem Steigungsverhältnis ausgebildet, was Materialverfrachtungen zur Folge hat. (Sand eignet sich nicht, da die Feinteile bei Betreten aufwirbeln und das gesamte Wasser eintrüben. Die Folge sind Sedimentablagerungen im gesamten Schwimmteich).

Das Substrat rutscht durch Betreten des Einstiegsbereich in den Schwimmerbereich ab und muss dort vor den Reinigungsgängen mühsam wieder entfernt werden. Ferner werden unter Umständen Foliendichtungen und Schutzfolien freigelegt und somit einer Beschädigung ausgesetzt und die Unfallgefahr steigt durch freigelegte, eventuell veralgte Folie oder durch Falten in der Folie.

Um die genannte Problematik zu vermeiden, sollte das Steigungsverhältnis von 1:8 bis 1:10 nicht überschritten werden. Ferner können Schubschwellen quer zur Laufrichtung mit Teichsäcken oder Natur- oder Betonsteinen im Abstand von 1 bis 1,5 m eingebaut werden.

Dieser Bereich wird am besten in Einschichtbauweise mit einer Kieskörnung 2/16mm versehen, da durch die breitere Kornabstufung eine gute Verzahnung der Körner möglich ist. Eine Alternative, die sich für die Sanierung gut bewährt hat, ist die Verwendung von Rasengitter aus Kunststoff. Die einzelnen Elemente werden über ein Stecksystem verbunden und mit einem Rundkorn 2/16mm bis zur Wabenoberkante verfüllt. (Abb. 9 und Abb. 10)

Die genannten Schäden oder Versäumnisse sollen auf keinen Fall Angst machen oder davon abhalten, nach gründlicher Einarbeitung eine ansprechende, funktionierende Schwimmteichanlage zu realisieren.

Schwimmteiche bieten eine Erlebnis- und Entspannungsoase im eigenen Garten. Sie bringen nicht nur den Kindern die spannende Pflanzen und Tierwelt rund um den Teich näher, sondern bietet auch den, im Alltag oft so geforderten Erwachsenen einen Ort zum Loslassen und Abtauchen.

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