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Freitag, 18. Mai 2012 Schrift: Schriftgröße: Normal Schriftgröße: Grö�er
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-   Kernbeiträge
Rosenschnitt von März bis Oktober

   
Heiko Hübscher
Wie wachsen Rosen? Warum ich diese Frage an den Anfang stelle? Weil es sich immer und immer wieder zeigt, dass dies doch nicht ganz so realisiert wird, wie es nötig wäre. Auch die Rosen leiden unter den Hausmeisterschnitten. Wie alle Pflanzen zeigt die Rose nach einem Schnitt spezifische Reaktionen im Blüh- und Wuchsverhalten. Wenn er richtig angesetzt wird, lässt Sie sich durch Schnitt hervorragend leiten.
Der Lohn aller Mühen. Fotos: Heiko Hübscher
Der Lohn aller Mühen.
Fotos: Heiko Hübscher
 
Rosen verstehen

Grundsätzlich treibt die Rose an der höchsten Knospe als erstes und in der Folge am stärksten aus. Die meisten Blütenknospen finden sich ebenfalls immer an den für eine Bestäubung lukrativsten Plätzen: ganz weit oben. Eine Wildrose kommt im Frühjahr möglichst schnell zur Blüte. Sie muss an manchem Naturstandort einen sehr kurzen Zeitraum für Blüte und Samenreife ausnutzen. Dieser Zeitraum wird im Gebirge durch den frühen Herbst oder in heißen Regionen durch die Sommertrockenheit begrenzt. Erst nach der Blüte erfolgt deshalb das starke Wachstum, dass den Spreizklimmer Rose auf der Nordhalbkugel so erfolgreich macht. Lange Triebe schieben sich nach allen Seiten aus der Pflanze heraus und senken sich, durch ihr zunehmendes Gewicht, über die unschuldigen Nachbarn. Dies können andere Sträucher, Bäume oder auch nur hohes Gras sein. Diese Neuaustriebe entspringen am Scheitelpunkt überhängender Haupttriebe oder auch, verjüngend, aus dem wurzelnahen Bereich. Selbst bei der Edelrose, die in ihrem Aussehen doch stark von ihren wilden Verwandten abweicht, ist dieses Verhalten noch erkennbar.

Rosenblatt mit blasigem Frostschaden.
Rosenblatt mit blasigem Frostscha-
den. 
Im Frühjahr, nach dem Schnitt, baut die typische Gartenrose eine gewisse Blattmasse auf. Dieser Prozess wird durch den Blütenansatz unterbrochen. Gerade dieses Jahr, nach dem schnellen, heißen und trockenen Start ins Frühjahr, standen auch im Rosengarten Zweibrücken viele Rosen bereits Mitte Mai in Blüte. Ihr Habitus war oft sehr kompakt. Sie konnten ihre sortentypische Höhe nicht erreichen. Nach der ersten Blüte erfolgt deren Rückschnitt und darauf ein weiterer Wachstumsschub. Dieser fällt in der Regel deutlich stärker aus. Die Rose gewinnt deutlich an Volumen. Nach diesem Schub kommt es, bei den modernen Gartenrosen, zu einer zweiten Blüte, welche auch den Hauptunterschied zum Wuchsverhalten der Wildrosen ausmacht.

Der Frühjahrsschnitt

Frostschaden im Frühjahr nach der Pflanzung. Kräftige bodennahe Austriebe zeugen von der Kraft der Rose.
Frostschaden im Frühjahr nach der
Pflanzung. Kräftige bodennahe Aus-
triebe zeugen von der Kraft der
Rose.
Für den Beginn des Rosenschnittes, gibt es unterschiedlichste Angaben. In der Regel wird viel zu früh begonnen. Als Folge kommt es zu unnötigen Spätfrostschäden. Diese betreffen meist die Blätter, dieses Jahr aber auch oft die früh gebildeten Blütenknospen. Die Blätter sind blasig verformt, die Blüte „knubbelig“ gestaucht. Zahlreiche Gärtner, Profi wie Hobbyist, meldeten sich Anfang Mai im Rosengarten wegen diesem Schaden und der Frage, was zu tun sei. Einfach noch einmal zurückschneiden, die Rose fängt von vorne an.

Gelassenheit und Geduld sind gärtnerische Tugenden

Eine Recherche in Rosenliteratur der zwanziger und dreißiger Jahre ergab eine interessante Zeitangabe zum richtigen Schnittzeitpunkt. Dort findet sich noch der Beginn der Kirschblüte als Orientierungspunkt. Diese beginnt nach der heute verwendeten Forsythienblüte. Früher damit zu beginnen, bringt auch keine Vorteile. Dietrich Woessner, der Schweizer Rosenspezialist, ließ einmal Rosentriebe unterhalb und oberhalb der Knospen schälen. Die Knospen waren also von Wasser und Nährstoffen abgeschnitten. Trotzdem streckten sich im Frühjahr diese Knospen zwischen sieben und zehn Zentimeter. Dieser Austrieb erfolgt nur aus Reserven der Knospe. Woessner hat mit diesem einfachen Versuch bewiesen, dass der frühe Austrieb, der zuerst an den höchsten Knospen der Rosen erfolgt, ohne Versorgung aus der Wurzel ausgelöst wird. Eine spätere Entfernung dieser vorgetriebenen Zweigbereiche beim Schnitt, stellt somit auch keine Schwächung der Pflanze dar. Diese angebliche Schwächung wurde zu seiner Zeit und wird immer noch als Argument für den frühen Einsatz der Schere angeführt. Besonders interessant finde ich immer die Reaktion von Rosen kultivierenden Hobbygärtnern, die uns im Rosengarten jedes Frühjahr aufs Neue prophezeien, wir könnten keine Rosenblüte bekommen, da wir ja alle Knospen abschneiden würden. Wenn man dann den Versuch eines Erfahrungsaustauschs unternimmt, folgt nach kurzer Diskussion das beliebte Totschlagargument: „Das wird schon immer so gemacht, ihr habt ja keine Ahnung.“ Ich selbst habe in einem Jahr aus Interesse Rosen zwischen dem 15. Februar und 14. Mai zurückgeschnitten. Die früh geschnittenen hatten alle Frostschäden an den ersten Laubblättern. Manche sogar einen Totalverlust der ersten Knospen. Die zuletzt geschnittenen entwickelten sich dagegen vollkommen normal und blühten wie immer Mitte Juni. Die Verzögerung zur Vollblüte betrug nur fünf Tage.

Das Nötige im Ideal erkennen

In jeder Veröffentlichung über Gehölzschnitt wird darauf hingewiesen, den Schnitt schräg anzusetzen, damit unter anderem Wasser von der Schnittfläche ablaufen kann. Im Fall größerer Wunden, wie beim Baumschnitt üblich, ist dies korrekt. Im Fall der Rosenzweige führt diese Empfehlung oft zu einem übertrieben schrägen Schnittansatz. Er verläuft dann bis hinter die verbleibende Knospe und lässt diese eintrocknen. Scheiden Sie ruhig scheinbar gerade ab. Ich habe noch selten einen senkrechtstehenden Trieb an einer Rose gefunden und so verläuft der Schnitt eigentlich immer schräg. Spätestens aber, wenn sich an der Schnittstelle das Wundgewebe bildet, entsteht dort ein Rand, an dem sowieso jeder Wassertropfen hängen bleibt, wie auf einem Strohhalm. Der Abstand zur Knospe sollte fünf Millimeter betragen. Besser etwas mehr, als weniger stehen lassen, da es sonst ebenfalls zu einem Trockenschaden an der obersten Knospe kommt. Ein Zentimeter ist in Ordnung, an starken Ästen auch zwei bis drei Zentimeter.

Rosenschnitt ist kostenintensiv, da muss man Augen/Knospen zählen! Unsinn, zu jeder Sorte, der man im Garten begegnet, sieht man sich an einem Exemplar einmal die Knospenabstände an und legt dann eine Trieblänge für den gesamten Schnitt fest. Selbst wenn an einem Zweig die Abstände einmal größer sind, sollte ich ihn nicht überlang stehen lassen. Im Rosengarten schneiden im Schnitt vier Arbeitskräfte 45.000 Rosen. Würden diese jede Knospe zählen, würden wir noch im Juni Rosen schneiden.

Mrs. Oakley Fisher wartet auf den Schnitt.
Mrs. Oakley Fisher wartet
auf den Schnitt.
Aller Anfang ist schwer

Die ersten Schnitte die gemacht werden, entfernen die beschädigten und abgestorbenen Pflanzenteile. So bekomme ich schnell einen Überblick, was mir dieses Jahr als Entwicklungsgrundlage zur Verfügung steht. Wie stark setzte ich den Schnitt an? Grundsätzlich werden bei allen modernen Kulturrosen die stark und die schwach wachsenden für den Schnitt unterschieden. Ich benötige dafür nicht zwingend eine umfassende Sortenkenntnis. Der Name der Rose alleine hilft mir nicht weiter. Die sichtbare Entwicklung nach dem Schnitt des vergangenen Jahrs ist viel bedeutender. In Sissinghurst fand ich einmal eine völlig vergreiste Edelrose der Sorte ´Mrs. Oakley Fisher`. Sie wird durchschnittlich etwa 45 bis 50 Zentimeter hoch. Hätten die dortigen Gärtner sich die Mühe gemacht, ihr Austriebsverhalten zu beobachten, wäre ihnen bei diesem mittlerweile fast zwei Meter hohen, bis auf den Kopf kahlen Besen aufgefallen, dass es sich unmöglich um eine Strauch- oder gar Kletterrose handeln kann.

Zu den kleineren Wuchsformen wie Edel-, Beet- oder Zwergrose: Wenn ich einer stark wachsenden Edelrose zu wenig Knospen belasse, wird sie ins Holz schießen. Sie bildet wenige, überlange Austriebe. Solch einer Sorte versuche ich mindestens fünf Haupttriebe zu erhalten und jedem Trieb belasse ich fünf bis sieben Augen. Diese können sich zum Teil auch an der ersten Verzweigung zweiter Ordnung befinden, wenn sich der Haupttrieb kurz verzweigt. So kann sich eine kompaktere, mit mehr Blüten besetzte Pflanze entwickeln, da die Kraft in viele Knospen fliest. Eine schwach wachsende Rose muss ich dagegen entlasten. Viele Zwergrosen gehören zu dieser Gruppe. Wenn ich diesen Rosen zu viele Knospen belasse, erfolgt nur ein schwacher Austrieb, da die Rose die Kraft für einen frischen Durchtrieb fehlt. Drei Triebe mit drei bis fünf Augen sind immer ausreichend. Ist eine Rose im vergangenen Jahr besonders schwach im Austrieb gewesen, sollte ein Haupttrieb bis weit ins alte Holz zurückgeschnitten werden. Dies kann bis knapp über den Veredlungsbereich erfolgen.

Eine starkwüchsige Strauchrose im besten Alter.
Eine starkwüchsige Strauchrose im
besten Alter.
Eine Alternative zu Spierstrauch und ähnlichen

Die Strauchrosen bilden eine weitere Schnittgruppe. Diese Rosen brauchen mindestens vier Jahre bis sie ihre volle Wirkung im Beet entfalten. Im ersten Jahr ähneln sie noch stark einer wüchsigen Edelrose, mit aufstrebenden Trieben. Jetzt möchte ich aber gerade einen starken Austrieb im unteren Strauchbereich provozieren, um kräftige Grundtriebe für den späteren Aufbau zu erhalten. Ich schneide deshalb auf drei bis vier Triebe mit drei bis vier Knospen zurück. Aus diesen Knospen wird sich ein kräftigeres und somit standfesteres Gerüst aus verzweigten Ästen aufbauen. Diese dienen dann über mehrere Jahre als Träger der Blütentriebe. Der schrittweise Aufbau einer Baumkrone ist ähnlich. Der Rückschnitt im dritten und vierten Frühjahr beschränkt sich weitgehend auf das Einkürzen der letztjährigen Verzweigungen dritter und vierter Ordnung auf fünf bis sieben Augen. Ab dem fünften Jahr kann eventuell ein Haupttrieb bis zum Boden entnommen werden. Dadurch wird ein starker Neuaustrieb aus dem Bereich über der Veredlungsstelle angeregt und damit eine Verjüngung des Strauches eingeleitet. Diese Vorgehensweise erspart den sonst irgendwann fälligen Totalrückschnitt. Die regelmäßige Verjüngung fördert auch die Blattgesundheit der Pflanze, da ab dem vierten Jahr eine höhere Neigung zu Blattpilzbefall feststellbar ist.

Eine Kletterrose geschnitten und formiert.
Eine Kletterrose geschnit-
ten und formiert.
Die Königinnen im öffentlichen Grün

Eine barbarische, unsinnige, aber angeblich kostensparende Vorgehensweise im öffentlichen Grün ist der, alle zwei bis drei Jahre angesetzte Totalrückschnitt der Bodendeckerrosen mittels Balkenmäher oder Heckenschere. Auch in Privatgärten konnte ich dies schon beobachten. Welche Reaktionen zeigen die Rosen nach solch einer Behandlung? Jede Menge Totholz auf jeden Fall. Dieses unschöne Bild lässt sich nur mit einem nachfolgenden Handschnitt beseitigen. Dann habe ich aber eine Menge Arbeit gespart. Ungünstigsten falls stirbt ein Teil der Pflanzung, besonders in der oft schwächeren Mitte der Anlage, ganz ab. Die Wuchsreaktion ist die Bildung vieler Langtriebe, die dann in den Verkehrsraum überhängen.

Der Austrieb setzt über die ganze Seite ein.
Der Austrieb setzt über
die ganze Seite ein.  
Warum nennen wir diese Rosen nicht beim Namen? Es sind kleine, sehr ausladend wachsende Strauchrosen. Wenn wir sie mit der Schere so angehen, wie ihre hohe Verwandtschaft, haben wir ein dauerhaft schönes Bild und weniger Pflegearbeit. Diese, in der Regel extrem gesunden und sehr blühfreudigen Rosen, lassen sich zu wahren Blütenbergen anhäufen. Viele kurze Blütentriebe, statt weniger Langtriebe. Im Rosengarten in Zweibrücken zeigen sie mit Stauden kombiniert eine tolle Wirkung. Der Schnitt ist denkbar einfach und schnell auszuführen. An den Haupttrieben der Rose werden alle Seitentriebe zweiter Ordnung auf fünf bis sieben Augen zurückgeschnitten. Dadurch bekomme ich einen überschaubaren Arbeitsplatz. Die Länge der Haupttriebe wird durch die Flächendeckung bestimmt. Ist das Zweiggeflecht zu dicht, nehme ich einen Trieb bodennah heraus. Vermeiden Sie zu starke Überlappungen der Triebe, diese behindern sich gegenseitig in der Entwicklung und erschweren im Sommer nur die Arbeit im Beet.

Das Ergebnis überzeugt!
Das Ergebnis überzeugt!
Achtung, Liebhaberei mit Suchtfaktor

Der Schnitt der Kletterrosen unterscheidet sich nicht wesentlich von dem der anderen Wuchsklassen, es bleibt nur viel mehr Holz erhalten. An den Haupttrieben werden die kürzeren Seitenverzweigungen auf drei Augen zurückgeschnitten. Kräftige Seitenverzweigungen bleiben als Flächenfüller und Träger weiterer Blütenzweige unbeschnitten. So wichtig wie der leitende Schnitt, ist bei der Kletterrose die anschließende Formierung an der Kletterhilfe. Alle Triebe werden bei diesen Rosen möglichst fächerförmig, mit leicht bogigem Verlauf, am Spalier befestigt oder spiralförmig um den Rosenbogen oder Obelisken gewunden. So bringe ich die Rose dazu, auf der ganzen Trieblänge auszutreiben. Wird eine Kletterrose dauerhaft zu steil gezogen, kahlt sie im unteren Bereich zusehends aus und bildet nur an den höchsten Zweigpartien Blüten. Austriebe aus dem Boden (Veredlungsbereich) oder Bodennähe sollten zunächst senkrecht befestigt werden, um ein besonders starkes streben in die Höhe zu fördern.

Der Sommerschnitt

Zu Beginn des Sommers geht die erste Rosenblüte zu Ende. Die öfter blühenden Rosen brauchen zwischen vier und sechs Wochen um einen zweiten Flor auszubilden. Diesen Vorgang kann ich durch den Schnitt, der sich bildenden Hagebutten, fördern. Die Ausführung des Schnittes richtet sich wieder nach der Wuchskraft.

Nach dem ersten Pflegegang schließt sich die Flläche.
Nach dem ersten Pflegegang
schließt sich die Fläche.
Wie zu Anfang beschrieben, neigen Rosen im Sommer zu einem stärkeren Wachstum als im Frühjahr. Schneide ich nun an einer kräftigen Rose – dazu gehören die Kleinstrauch-, Strauch- und Kletterrosen – die Blütentriebe zu weit zurück, erfolgt ein langer, laubreicher Neuaustrieb der höchsten verbliebenen Knospen. Auch einige besonders hohe Edelrosensorten kann man zu dieser Schnittgruppe zählen. Die Rose bekommt einen unschönen Habitus und es dauert länger bis zur erneuten Blütenknospenbildung. Bei solch einer Rose setzte ich den Schnitt direkt über dem ersten Laubblatt unter der Blüte an. Dieses kann unter Umständen auch nur dreiteilig sein.

Entwickelt sich eine Rose dagegen zurückhaltend, schneide ich bis zum ersten fünfteiligen Blatt zurück. Ab dort befinden sich in den Blattachseln starke Knospen für einen kräftigen zweiten Flor.

Herrscherinnen vergangener Tage

Bei dieser Gallica-Rose ist im Frühjahr die dichtere Verzweigung vieler historischer Rosenklassen sichtbar. Viele einjährige Kurztriebe bringen eine reiche Blüte.
Bei dieser Gallica-Rose ist
im Frühjahr die dichtere
Verzweigung vieler histo-
rischer Rosenklassen
sichtbar. Viele einjährige
Kurztriebe bringen eine
reiche Blüte.
Die einmal blühenden, historischen Rosen – leider viel zu wenig in Hausgärten verwendet – erfahren nun ihren wichtigsten Schnitt. Sie treiben sehr stark aus der mittleren Strauchhöhe. Diese Entwicklung ist bedingt durch die unter der Blütenlast gebogen überhängenden Zweigen. Auf den Scheitelpunkt und dicht darunter werden die kräftigsten Triebe gebildet, die den Strauch bis zum Herbst deutlich überragen. Wird diese Entwicklung durch einen Schnitt nicht gestoppt, fällt die ganze Rose als Folge davon auseinander. Wie oft habe ich diese wunderschönen Pflanzen schon in einem Korsett zusammengebunden gesehen. Schneiden Sie die Triebe ab Ende Juli / Anfang August bis auf etwa zehn Zentimeter zurück. Innerhalb weniger Tage werden die am Stumpf verbliebene Knospen erneut austreiben. Zahlreich, jedoch deutlich kürzer. Die Standfestigkeit der Rose bleibt gewahrt. Zusätzlich mehrt dieser Schnitt die Anzahl der Blüten im Folgejahr. Diese Rosen blühen am kräftigsten an den Seitenverzweigungen des letzten Jahres. Der Verjüngungsschnitt, damit meine ich das bodennahe Auslichten, erfolgt aber ebenfalls erst im Frühjahr, vor dem Blattaustrieb.

Ein weiterer Sommerschnitt betrifft die Wildlinge. Jene Austriebe aus der Veredlungsunterlage. Auf keinen Fall einfach daran ziehen, um sie abzureißen. Dadurch wird die Wurzel nur weiter nach oben gezogen und es folgen noch mehr Austriebe. Legen Sie die Wurzel frei und entfernen Sie den Austrieb möglichst glatt.

Der Jahresabschluss

Immer noch sieht man bereits im Herbst geschnittene Rosenpflanzungen. Das bringt für die Rose nur Nachteile. Dietrich Woessner hat auch dies untersucht: Im Herbst geschnittene Rosen blühten im Folgejahr immer deutlich schwächer. Auch ist die Gefahr von Spätfrostschäden noch höher. Nur eine vollständige Abdeckung als Sonnenschutz verhindert ein verfrühtes Austreiben in einem sonnigen Februar mit anschließendem Nachtfrost. Diese Arbeit kann man sich aber eigentlich in den Winterhärtezonen 7 bis 8 sparen. Der Schnitt im Herbst soll Rosen vor Schnee- und Windbruch bewahren. Dazu einfach labil überhängende Zweige etwas einkürzen. Sie sollen nur etwas aufrechter stehen beziehungsweise weniger schwingen. Hagebutten können dagegen ruhig an der Pflanze verbleiben. Sie schwächen die Rose nicht: nein, sie helfen der Rose zum Winter ihr Wachstum abzuschließen und dienen noch dazu als Schmuck unter einer Haube aus Raureif.

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